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Ökologische Geldanlagen - Vortrag von Prof. Dr. Werner Wild
Datum & Uhrzeit: 13.10.2009, 20:06 UhrAutor: Regina Vossenkaul
Ökologische Geldanlagen – Vortrag von Prof. Dr. Werner Wild

Der Bund Naturschutz, Ortsgruppe Bad Königshofen, lädt ein zum Vortrag mit anschließender Diskussion über

„Ökologische Geldanlagen“
am Montag, 26. Oktober, 19. Uhr
in der Aula des Gymnasiums Bad Königshofen.

Professor Dr. Werner Wild von der Ohm-Hochschule in Nürnberg wird Stellung nehmen zu den Themen Finanzkrise und nachhaltige Geldanlage, was geschieht mit meinem angelegtem Geld und lohnt sich eine Geldanlage in Umweltfonds? Auch die Anforderungen an umweltverantwortliche Anlagen werden besprochen. Der Eintritt ist frei.

Prof. Dr. Werner Wild schreibt dazu:

„Rendite mit gutem Gewissen. Perspektiven nachhaltiger Geldanlagen
Das Interesse an nachhaltigen Geldanlagen wächst – trotz oder gerade wegen der Finanzkrise.

Lange Zeit haben Finanzinstitute das Umweltbewusstsein in der Gesellschaft ignoriert bzw. die Auffassung vertreten, dass für den Schutz von Natur und Umwelt Politik, Umweltverbände und Industrie verantwortlich seien, nicht aber Banken und Sparkassen. Darüber hinaus glaubten die Anlageberater, die privaten Geldanleger seien lediglich an der Rendite einer Geldanlage interessiert.
Diese Sichtweise hat sich inzwischen – auch unter dem Eindruck der manifesten Finanzmarktkrise - verändert.
Ein Grund hierfür ist in der wachsenden Skepsis gegenüber den Renditeversprechen der Finanzinstitute zu sehen, bei dem das Risiko einer Geldanlage weitgehend ausgeblendet wurde. Und darüber hinaus wird deutlich, dass in innovative, umweltverträgliche Schlüsseltechnologien investiert werden muss, um Antworten auf die drängenden Probleme der Gegenwart und der Zukunft zu finden
Private Geldanleger stellen ihrem Anlageberater auch mal die Frage: Was geschieht mit meinem Geld? Wird das Geld zur Finanzierung für umweltverträgliche und sozial verantwortliche Investitionen zur Verfügung gestellt? Dies ist eine Seite der erkennbaren Veränderung im Verhalten von Anlegern. Doch die andere Seite ist nach wie vor: Es geht bei einem Gespräch mit dem Anlageberater einer Bank oder Sparkasse auch zum Beispiel um die Frage: Lohnt sich eine Geldanlage in einem Umweltfonds? Oder wird bei dieser Geldanlage auf Rendite verzichtet?
Ethisch-ökologische bzw. nachhaltige Geldanlagen sind erklärungsbedürftige Produkte Denn mit einem umweltverantwortlichen Investment sind mehr Anforderungen verbunden als mit konventionellen Anlageformen. Es geht hierbei zum einen um die Einschätzung der bekannten Risiken für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft und zum anderen um die Beurteilung der Chancen, die sich für eine umweltverantwortliche Wirtschaftsweise bieten.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise der jüngsten Zeit geht auch an den nachhaltigen Geldanlagen nicht spurlos vorüber, denn diese konnten sich dem Absturz an den Börsen gleichfalls nicht entziehen. Die Vermögen nachhaltiger Aktienfonds schrumpften 2008 laut dem Institut Feri im Schnitt um rund ein Drittel. Dieser Rückgang fiel zwar geringer aus als die durchschnittlichen Verluste aller Fonds, dennoch sank auch der Wert ökologisch orientierter Fonds. Trotzdem berichten Fondsanbieter von ökologischen und ethischen Investments über Mittelzuflüsse und stellen fest, dass das Interesse an ihrem Angebot wächst.
Diese Entwicklung hat auch mit der Tatsache zu tun, dass Unternehmen, die sich in ihren Geschäften am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung orientieren, die Folgen der Finanzkrise besser verkraften als ihre nicht-nachhaltig aufgestellten Wettbewerber: Ihre Börsenkurse lagen zwischen Mai und November 2008 durchschnittlich 15 Prozent über dem Industriedurchschnitt. Zu diesem Ergebnis kommt die Managementberatung A.T. Kearney nach Analyse von 99 Unternehmen aus 18 Sektoren.
Eine zentrale Herausforderung ist gegenwärtig und zukünftig der Klimaschutz. Es geht um klimapolitische Maßnahmen zur Begrenzung des und Anpassung an den Klimawandel.
Der Ausbau von Erneuerbaren Energien und die Entwicklung neuer Technologien sind notwendig, um den Klimawandel zu stoppen. Deutsche Unternehmen gehören zu den führenden in der Entwicklung, Produktion und Export von Umwelttechnologie. Auch der heimische Arbeitsmarkt profitiert davon. Umwelttechnologie ist eine Wachstums- und Zukunftsbranche. Und diese Branche benötigt Finanzmittel, die durch private und institutionelle Anleger aufgebracht werden.“
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