Projekte › Energiepreis Rhönschaf

Der „Energiepreis Rhönschaf 2007“ der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld e.V. prämiert die beste Projektidee zur effektiven Nutzung Erneuerbarer Energien nach bestimmten Förderkriterien. Der Förderpreis ist mit 10.000,- € dotiert – zusätzlich wartet auf den Gewinner die Trophäe „Das Rhönschaf“.

Preisverleihung - 1. Zeitungsartikel

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Gute Ideen und effiziente Projekte wurden mit dem Energiepreis Rhönschaf ausgezeichnet, der unter drei Preisträgern aufgeteilt wurde. Von 15 deutschlandweiten Einsendungen kam die Biogasanlage der "Bioenergie GmbH & Co KG" mit Geschäftsführer Mathias Klöffel (Mitte) auf Platz eins. Auf dem Erinnerungsfoto (von links) zweiter Vorsitzender Peter Wieczorek, dritter Preisträger Christof Bärhausen aus Maibach (Landkreis Schweinfurt), Vorsitzender Daniel Miller, BBV - Kreisobmann Matthias Klöffel, Hermann Haller (Platz zwei) aus Ronnenberg bei Hannover, MdB Hans-Josef Fell und der Referent des Abends, Wolfgang Gründinger.
Fotos: Vossenkaul

Bad Königshofen (reg) Zahlreiche Ehrengäste und Mitglieder konnte die Energieinitiative Rhön und Grabfeld am Freitagabend zur erstmaligen Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten Energiepreises Rhönschaf 2007 im kleinen Kursaal in der FrankenTherme begrüßen. "Entscheidend ist, was an der Basis geschieht, deshalb sind Energieinitiativen das Herzstück einer Energiewende", sagte Vorsitzender David Miller in seiner Begrüßung.

Stellvertretender Landrat Kurt Mauer versicherte, dass der Landkreis den Weg hin zu erneuerbaren Energien unterstütze. Es müsse aber Menschen geben, die Anstöße geben und Entwicklungen vorantreiben. Er erinnerte als Schulverbandsvorsitzender an die 87 KW - Photovoltaikanlage auf dem Dach des Schulhauses in Untereßfeld. In Bezug auf das Biomasse - Heizkraftwerk, das der Landkreis in Bad Neustadt plant und das Miller zuvor angesprochen hatte, sah er noch Gesprächsbedarf.

Hausherr Werner Angermüller beschrieb in seinem Grußwort die FrankenTherme als energieintensives Unternehmen. Schon vor Jahren hatte man deshalb begonnen, mit einem Energiemix zu fahren, inklusive Blockheizkraftwerken und Solarabsorberanlage. Seit die FrankenTherme Wärme von der Bad Königshöfer Biogasanlage bekomme, könne man nicht nur Kosten einsparen, sondern auch einen Imagegewinn verzeichnen. Auf diesem Weg sollte man weiter gehen.

Stellvertretender Bürgermeister Udo Jahrsdörfer stellte für die auswärtigen Gäste die Stadt kurz vor und betonte, dass sowohl die FrankenTherme als auch die Landwirte, die die Biogasanlage betreiben, finanzielle Vorteile durch die gute Zusammenarbeit haben.

BBV - Kreisobmann Mathias Klöffel wies darauf hin, dass sich der Landkreis durch mehrere intelligente Energieprojekte einen guten Namen gemacht habe. Er betonte die Bedeutung von Allianzen, die heutzutage besonders wichtig sind.

Zweiter Vorsitzender der Energie - Initiative, Peter Wieczorek, erklärte, wie die Idee für den Rhönschafpreis entstand. Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft REN hatte BBV - Geschäftsführer Michael Diestel angeregt, gute und effiziente Projekte und damit die Nutzung regenerativer Energien durch einen Wettbewerb zu fördern. Die Vorstandschaft der Energie - Initiative fasste einen entsprechenden Beschluss und sah sich nach Sponsoren um, denn der Preis sollte mit 10.000 Euro dotiert sein, was die eigene Finanzkraft überforderte. Ein Großteil des erforderlichen Geldes konnte mit Hilfe von Sponsoren zusammen gebracht werden, den Rest haben das Ingenieurbüro Miller und die Vereinskasse getragen.

Deutschlandweit wurde der Preis ausgeschrieben, alle konnten mitmachen, nur nicht die Jurymitglieder, die ebenfalls aus mehreren Teilen Deutschlands kamen. "Es war keine einfache Entscheidung, das Spitzenfeld war sehr eng und man kann schwer Äpfel mit Birnen vergleichen", berichtete Wieczorek. Schließlich einigte man sich, den Preis aufzuteilen. Die Übergabe lag in den Händen von MdB Hans - Josef Fell. Er dankte den Sponsoren und den Aktiven der Energie - Initiative für diese Möglichkeit, die Energiewende zu unterstützen. Mit Papieren und Argumenten gebe es keine Revolution, so Fell. Man könne auch nicht warten, bis alle Kritiker ausgestorben sind. Er wies auf die mangelhaften Ergebnisse des Energiegipfels hin und erinnerte an die seit 2005 weltweit rückläufige Erdölförderung. Das Ende des Erdölzeitalters sei schon gekommen, so Fell. Da helfe nur der schnelle Umstieg auf erneuerbare Energien, was nicht nur Arbeitsplätze bringe, sondern auch neue Erwerbsmöglichkeiten für die Landwirte.

Platz eins und damit 5.000 Euro sowie der von dem heimischen Künstler Martin Bühner konzipierte Preis, ging an die "Bioenergie GmbH & Co KG Bad Königshofen" für die Biogasanlage von 38 Landwirten. Platz zwei und damit 3000 Euro gingen an eine Biogasanlage, für die sich fünf Landwirte in Ronnenberg bei Hannover zusammengeschlossen haben. Auf eine Verstromung wird dort verzichtet, das gewonnene Gas der Anlage, für die lange gekämpft werden musste, wird gereinigt und in die Erdgasleitung eingespeist. Für die Gemeinschaft nahm Hermann Haller den Preis entgegen. Auf den dritten Platz kam ein "Einzelkämpfer", Christof Bärhausen aus Maibach, Landkreis Schweinfurt, der selbst ein Blockheizkraftwerk so umgebaut hat, dass es mit Pflanzenöl betrieben werden kann. Damit werden vier Häuser beheizt, das war in diesem Fall ausschlaggebend war, weil es ähnliche Einsendungen gegeben hatte.

Gastredner - 2. Zeitungsartikel

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Wolfgang Gründinger forderte eine radikale Energiewende, damit auch nachfolgende Generationen noch gute Lebenschancen haben.

Bad Königshofen (reg) Als Gastredner konnte während der Preisverleihung "Rhönschaf 2007" der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld Buchautor und Mitglied im "Think Tank 30 des Club of Rome", Wolfgang Gründinger, begrüßt werden. Er stellte die Verantwortung der heutigen Generation gegenüber ihren Kindern und Enkeln in den Mittelpunkt seiner Ausführungen und forderte den sofortigen Ausstieg aus dem fossilen Energieverbrauch. Ein paar Energiesparlampen und etwas weniger Öl reichten angesichts der enormen Probleme mit Erderwärmung und Kriegen um die verbliebenen Ressourcen nicht, führte er aus. "Hundert Prozent aus erneuerbaren Energien" forderte er. Die solare Energie stehe unbegrenzt zur Verfügung, sie mache unabhängig und müsse dezentral genutzt werden.

Ein menschenwürdiges Leben sollte auch den Nachkommen in hundert Jahren möglich sein, sagte Gründinger, der sich auch fragte, wie diese mit unseren Hinterlassenschaften in Form von Erderwärmung und Atommüll fertig werden sollen. Es gebe keinen Behälter, der auch nur die Halbwertzeit des Plutoniums von 24.000 Jahren überdauere. Informationen über Atommüll - Standorte werden verloren gehen, wenn man bedenkt, wie viele Informationen es über Jesus gebe, der immerhin erst vor rund 2000 Jahren gestorben ist. "Es kann keine Gerechtigkeit geben, wenn in wenigen Jahren das verpulvert wird, was Millionen von Jahre zur Entstehung gebraucht hat," sagte er Bezug nehmend auf die Verschuldung der "Dritten Welt" und zu erwartenden Kämpfe um die fossilen Energiereserven in der Zukunft.

Ein umgekehrtes russisches Roulette nannte er die augenblickliche Energiepolitik, es fehle nur eine Kugel im Magazin. Rückblickend auf diese Zeit werden die nachfolgenden Generationen von der "solaren Revolution" sprechen. Diese sei finanziell und technisch machbar, versicherte Gründinger, der keine Verbesserung innerhalb des Systems forderte, sondern den totalen Umbau. Schon unter Präsident Jimmy Carter sei die Machbarkeit durch ein Gutachten bestätigt worden. Warum wird die Energiewende von den Politikern so wenig vorangetrieben? Die Schuld läge bei den Blockierern, den "fossilen Platzhirschen", wie der Referent sie nannte. "Wir brauchen einen Klimawandel in den Köpfen," so Gründinger. Mit dem Motto "Lieber hochaktiv als radioaktiv" ermunterte er die Anwesenden, sich weiterhin dafür einzusetzen, dass zukünftige Generationen die gleichen Lebenschancen haben wie die heutige.

Sponsoren

Bayerischer Bauernverband Landkreis Ingenieurbüro Miller VR-Bank, Genobank, Raiffeisenbanken im Landkreis Rhön-Grabfeld Bayerische Rhöngas GmbH Sparkasse Bad Neustadt a.d. Saale Stadtwerke Bad Neustadt a.d. Saale Stecker ÜW Rhön
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