Projekte › Bäume contra CO2

Bäume und Wälder sind lebende Kohlenstoffspeicher. Jeder Baum entzieht der Atmosphäre in seiner Wachstumsphase CO2. Das Prinzip der Photosynthese (der biochemische Grundvorgang in allen grünen Pflanzen) ist bereits viele Millionen Jahre alt: Bäume spalten das Kohlendioxid (CO2) der Luft, speichern den Kohlenstoff (C) in ihrer Biomasse und setzen Sauerstoff (O2) frei.

Das Klimaschutzpotential der Wald-Holz-Option ist groß, denn Kohlenstoff wird nicht nur gespeichert, sondern ist auch Energiespender für die Pflanze. Die Differenz zwischen Verbrauch und Abgabe von Kohlenstoff der Waldflächen (die Zersetzung organischer Substanzen eingerechnet) entspricht ungefähr 3 Milliarden Tonnen C, das sind rund 11 Mrd. t CO2 (Umrechnungsfaktor 3,67) weltweit pro Jahr. (siehe www.prima-klima-weltweit.de).

In Deutschlands Wäldern sind derzeit ungefähr 1,2 Mrd. t C gespeichert, das entspricht rund 4,4 Mrd. t CO2. Ein Hektar Wald speichert über alle Altersklassen hinweg ungefähr 13 t CO2.

Beispiele:

Bei einer 35 m hohen, 100 Jahre alten Fichte mit einem Durchmesser von 50 cm (in 1,3 m Höhe über dem Boden gemessen) beträgt das Holzvolumen inklusive Äste, aber ohne Wurzeln 3,4 m³, was einem Trockengewicht von knapp 1,4 t entspricht. Die Hälfte davon besteht aus Kohlenstoff, also 0,7 t, das entspricht einer CO2-Absorption von 2,6 t.

Eine 120-jährige, 35 m hohe Buche mit dem gleichen Durchmesser von 50 cm (in 1,3 m Höhe über dem Boden gemessen), hat ein Trockengewicht von 1,9 t, also rund 0,95 t C gespeichert, was 3,5 t CO2 entspricht. Die größere Holzdichte der Buche führt zur höheren Speicherung.

Unser Projekt

Das Projekt „Bäume contra CO2 wurde 2013 gestartet, nachdem der von der Energie-Initiative veranstaltete kommunale Wettbewerb „CO2 - Fußabdruck“ abgeschlossen war. Bürger aus sechs Kommunen hatten versucht, ihren CO2-Fußabdruck innerhalb eines Jahres zu verkleinern und in dieser Zeit viel über den eigenen Lebensstil und dessen Auswirkung auf Umwelt und Klima gelernt (siehe auch unter Projekte).

Immer wieder tauchte die Frage auf, was getan werden kann, um den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen zu kompensieren, wenn sie sich nicht vermeiden lassen. Dazu kam die Diskussion über das geplante CCS-Verfahren (Carbon Capture and Storage), bei dem CO2 verflüssigt und unter der Erde eingelagert werden sollte. So entstand der Gedanke, Bäume zu pflanzen als natürliche CO2-Speicher, die außerdem vielfältigen Nutzen bringen. Der Wald mildert extremes Klima wie Hitze, Frost, Trockenheit und Stürme. Er produziert Sauerstoff, reinigt Luft und Wasser und verhindert Bodenerosion. Nicht zuletzt bietet er Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen und trägt zur Artenvielfalt bei.

Einsparen hat Vorrang

Durch unsere Lebensweise verursachen wir nicht nur mehr Kohlendioxid als die Erde verkraften kann, sondern auch andere schädliche Klimagase wie Methan, dessen Treibhaus-Potenzial 21 Mal höher ist als das von Kohlendioxid. Methan entsteht beim Reisanbau, auf Mülldeponien und entweicht aus dem Verdauungssystem der Wiederkäuer. Außerdem wird das Gas beim Kohlebergbau und beim Auftauen der Perma-Frostböden des nördlichen Eurasiens und Amerikas frei.

Nicht alles lässt sich vermeiden: Wer täglich mit dem Auto fahren muss, sich einen Urlaub gönnt oder eine größere Anschaffung durchführt, verursacht zusätzlich CO2, das kann er kompensieren, indem er Wald pflanzen lässt. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und Gemeinden im Landkreis (zunächst mit der Stadt Bad Königshofen), werden Flächen aufgeforstet, die weder wertvolle Biotope, noch besonders interessant für die Landwirtschaft sind.

Die zu bepflanzende Fläche bleibt im Eigentum der Gemeinde (hat auch einen haftungsrechtlichen Hintergrund), der jeweilige Förster kümmert sich ums Durchforsten, um Pflegemaßnahmen und ähnliches. Eine Pflanzaktion kann, je nach Wetter, im Herbst oder Winter durchgeführt werden. Das Wichtigste in diesem Zusammenhang: Ist eine Fläche aufgeforstet, hat sie Bestandsschutz, denn wie oben erwähnt haben Bäume erst nach mehreren Menschengenerationen ihr Optimum erreicht. Es wird garantiert, dass die Bäume im „Klimawald“ so lange stehen bleiben wie möglich. Sollte ein Baum wegen Schädlingsbefall, Sturmschäden, etc. entfernt werden müssen, kommt der Wert der jeweiligen Gemeinde zugute.

Es werden standortgerechte Setzlinge gepflanzt, die eine gewisse Dichte (ein Setzling auf 2 m²) voraussetzen. Eine genaue Zuordnung von jedem Setzling zum Spender ist nicht möglich. Das Grundstück wird jedoch entsprechend gekennzeichnet und jeder kann das Heranwachsen des „Klimawäldchens“ beobachten.

Berechnungen

Wir haben uns für Durchschnittswerte und die Berechnung pro Quadratmeter entschieden, denn die Preise für die unterschiedlichen Setzlinge differieren stark. Außerdem legen wir eine Lebensdauer von 25 Jahren zugrunde, dann sind Ausfälle durch zu dichte Bepflanzung, Stürme, Mäuse oder Schädlingsbefall eingerechnet. Ergebnis:

1 m² Aufforstung kostet 1,– Euro.

Jeder kann sich, je nach Verbrauch, seinen Beitrag leicht ausrechnen:

Bei Flugzeug, Bahn und Bus geht es nach Personenkilometern (siehe auch www.co2-emissionen-vergleichen.de):

Beispiel 1:

Eine Urlaubsfahrt mit dem Auto über 1250 km, Verbrauch 6 l Diesel = 1250 ÷ 100 × 6 × 2,64 = 198 kg CO2.

Ein m² Wald bindet in 25 Jahren 25 kg, d.h. es müssen 7,92 m² aufgeforstet werden. Kosten: 7,92 Euro.

Beispiel 2:

Ein Pendler fährt an fünf Tagen pro Woche 60 km mit dem Auto hin und zurück, Benzinverbrauch 7 l auf 100 km.

300 ÷ 100 × 7 × 2,33 = 48,93 kg CO2, das entspricht 1,96 m² Aufforstung pro Woche, Kosten im Monat für rund 8 m²: 8,– Euro.

Beispiel 3:

Ein Urlaubsflug von Nürnberg nach Mallorca verursacht hin und zurück 925 kg CO2.

925 kg ÷ 25 = 37, es müssten also 37 m² aufgeforstet werden für 37,– Euro.

Beispiel 4:

Für eine Busreise über 1250 km muss pro Person (1250 × 20 ÷ 1000 = 25 kg CO2) 1 m² aufgeforstet werden - Kosten: 1,– Euro.

Beispiel 5:

Eine Bahnreise über 1250 km verursacht pro Person pro Kilometer 40 g CO2 (1250 × 40 ÷ 1000 = 50 kg CO2), das sind insgesamt 2 Quadratmeter Wald, die dafür aufgeforstet werden müssen, Kosten 2,– Euro.

Ernährungsgewohnheiten und CO2 - Emissionen

Käse und Rindfleisch stehen hier laut Tabelle (www.co2-emissionen-vergleichen.de) an der Spitze:

LebensmittelCO2-Emissionen in
g pro kg Lebensmittel
Käse8340
Rindfleisch6430
Eier1930
Schweinefleisch1870
Geflügelfleisch1330
Tofu1100
Milch940
Nudeln920
Brot720
Obst450
Kartoffeln200
Gemüse150

Vorgangsweise

Wer Fahrten oder Flüge CO2-frei stellen oder sich einfach an der Aktion „Bäume contra CO2“ beteiligen will, ermittelt mit Hilfe der Beispiele (s.o.) den ungefähren Wert des CO2-Ausstoßes. Vereinfachte Zahlen erleichtern das Berechnen der Quadratmeter, die bepflanzt werden müssen, es gilt: Pro Quadratmeter 1,– Euro.

Überweisen Sie den Betrag auf das Konto der Energie-Initiative unter dem Stichwort „Bäume contra CO2“ und geben Sie ihre Adresse an.

Bankverbindung: Sparkasse Bad Neustadt, BLZ: 793 530 90, Kontonr.: 410 720.

Die Energie-Initiative ist ein gemeinnütziger Verein. Sie erhalten eine Spendenquittung und eine Urkunde ab einem Wert von 25,– Euro, wenn Sie Ihre Adresse angegeben haben.

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