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Bekanntgabe der Sieger des Wettbewerbs CO2-Fussabdruck
Datum & Uhrzeit: 13.04.2011, 19:03 UhrAutor: Regina Vossenkaul
Motten, Unsleben und Sulzfeld sind Spitze

Ein ganzes Jahr lang haben sich sechs Kommunen aus den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld innerhalb des von der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld e.V. veranstalteten kommunalen Wettbewerbs „CO2-Fussabdruck“ um die Verringerung ihres Kohlendioxid – Ausstoßes bemüht und dabei beachtliche Erfolge erzielt. Am 7. April wurden in der FrankenTherme in Bad Königshofen die Sieger bekannt gegeben, dazu konnte Vorsitzender Rainer Bötsch alle Bürgermeister und jeweils einige Gemeinderäte aus den Teilnehmergemeinden Burkardroth, Motten, Sandberg, Sulzfeld, Unsleben und Willmars begrüßen.
Die jüngsten Ereignisse in Fukushima hätten wieder eindrücklich gezeigt, dass die Förderung der regenerativen Energien der einzig richtige Weg sei, wenn die Erde auch für nachfolgende Generationen noch lebenswert sein soll, sagte Bötsch. Das Einsparen des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid war das Ziel des Wettbewerbs, es stand stellvertretend für die vielen Aspekte, die damit untrennbar verbunden sind: Umweltschutz, Stromsparen, Investitionen in Dämmmaterialien oder neue Fenster, die Anschaffung von stromsparenden Elektrogeräten, effizienten Heizanlagen und Heizungspumpen und vieles mehr. Nicht zuletzt profitierte die heimische Wirtschaft von den Aktivitäten der Bürger.
Wie Projektleiter Günter Lieberth in seiner Rückschau berichtete, hat die Energie-Initiative die Bürger der Kommunen während des Jahres begleitet mit einer Reihe von Informationsveranstaltungen zu Themen wie Wärmedämmung, Heizen mit regenerativen Energien und effiziente Heizungspumpen, es wurde der preisgekrönte Dokumentarfilm „Die 4. Revolution – Energy Autonomy“ gezeigt und über Ökostrom aufgeklärt. Eine Ausstellung lief zum Thema „Passivhaus“ und auf dem Kreuzberg fand eine Wettfahrt Elektrobikes gegen den deutschen Meister im Moutainbikefahren, Andy Eyring, statt. Schon im Vorfeld hatte die „Eiswette“ auf dem Bad Neustädter Marktplatz für Aufsehen gesorgt, interessant gestaltete sich auch die Suche nach dem ältesten noch laufenden Kühlschrank und der ältesten Gefriertruhe in den Teilnehmergemeinden, die per Wärmekamera als Stromverschwender entlarvt und durch neue, energieeffiziente Geräte ersetzt wurden. In den Gemeinden konnten Strommessgeräte ausgeliehen werden und es stand eine kostenfreie Beratungs-Hotline zur Verfügung.
Viel hat sich bewegt in dem Wettbewerbsjahr, nicht alle Versammlungen und Events waren so gut besucht, wie sich das die Veranstalter gewünscht haben. Leider seien einige der Gemeinden erst nach einer längeren Anlaufzeit in Schwung gekommen, berichteten die Bürgermeister. Jochen Vogel aus Motten hatte sich sofort entschlossen beim Wettbewerb mitzumachen. Nach einem etwas zähen Anfang lief es so gut, dass es fast egal war, ob man gewinnt oder nicht. „Die Leute haben sich Gedanken gemacht und sich engagiert.“ „Eine sehr gelungene Sache“ nannte er den Wettbewerb und berichtete stolz, dass Motten ein Viertel seines Stroms schon selbst erzeuge. Auch Waldemar Bug, Bürgermeister von Burkardroth, berichtete, dass die Bürger ihre Belege und Rechnungen, die für den Wettbewerb zählten, erst am Ende vermehrt abgegeben haben. Er bedankte sich bei der Energie-Initiative für die gute Idee und für die Mitgestaltung des Herbstmarktes in Burkardroth.
Unslebens Bürgermeister Michael Gottwald erinnerte sich an den Startschuss bei 20 Grad minus in seiner Gemeinde im Februar 2010, es war so kalt, dass die äußeren Zeichen des Wettbewerbsbeginns, zwei Holzstelen, die den Ist - Zustand des CO2-Ausstoßes (11 t pro Person und Jahr) und den anzustrebenden, nachhaltigen Zustand (2 t) symbolisierten, nicht in die Erde gebracht werden konnten. Vor allem die erste Veranstaltung war sehr gut besucht. Er fand den Wettbewerb gut, weil er die Bürger mit einbezogen hat und die Themen neutral gehalten wurden. „Wir sind froh, dass wir dabei gewesen sind“, so Gottwald.
Willmars habe Neuland betreten, berichtete Bürgermeister Reimund Voß. Man habe gelernt, was eine Gemeinde alles machen kann, beispielsweise habe man in allen Dorfgemeinschaftshäusern alte Kühlschränke ausgemustert. Er lobte besonders Projektleiter Günter Lieberth, der viel Sachverstand eingebracht hat. Auch aus Sulzfeld gab es Lob, man habe viel dazu gelernt, bestätigte Bürgermeister Jürgen Heusinger. „Es war überragend und wir haben den Wunsch weiter zu machen.“ Sandberg habe eine „schöne aber stressige Zeit“ hinter sich, weil parallel zum CO2-Fussabdruck noch andere Projekte liefen, berichtete Bürgermeister Detlef Beinhauer. Viele Denkanstöße und Einsparpotenziale habe man aus dem Wettbewerb mitgenommen. „Schade, dass nicht mehr Kommunen mitgemacht haben, die haben etwas versäumt“, so sein Kommentar.
Die genauen Zahlen des abgeschlossenen kommunalen Wettbewerbs „CO2-Fußabdruck“ der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld hatte Dipl.Ing. Sebastian Kuhn für die Zuhörer bei der Bekanntgabe des Siegers bereit, er hat alle eingereichten Rechnungen bearbeitet und musste beispielsweise auch Fragen auf den Grund gehen, ob die Anschaffung eines größeren Güllefasses zählt, weil der Bauer dann weniger Sprit beim Ausbringen verbraucht, oder die Abschaffung des Wäschetrockners. Er lobte unter anderem die wackeren Fahrradfahrer aus Burkardroth, die auf ihr Auto verzichteten und 21.261 km zurücklegten. 83 PV-Anlagen mit insgesamt 1.529 kW p entstanden in dem Jahr, es wurden im Wärmesektor 526.000 l Heizöl (entspricht 510.000 qm Erdgas) eingespart. Insgesamt wurden von allen Kommunen im Wettbewerbszeitraum 8.800.000 kWh eingespart, das entspricht ungefähr 3.423 Tonnen CO2.
Gesiegt hat die Gemeinde Motten mit einer Einsparung von 1.380 t, das sind 6,82 Prozent, der zweite Platz geht an Unsleben mit 4,18 Prozent, Platz drei an Sulzfeld mit 2,07 Prozent, es folgen Sandberg (1,26 Prozent), Willmars (1,08 Prozent) und Burkardroth (0,90 Prozent). Motten hat damit den Rhönschafpreis, dotiert mit 5.000 Euro, gewonnen, dazu ein Dorffest, an dem die Übergabe erfolgt. Platz zwei erhält 3.000 Euro und Platz drei 2.000 Euro. Der Energiepreis Rhönschaf wurde erstmals vor einigen Jahren von der Energie-Initiative vergeben an besonders innovative Projekte, damals gewannen die Betreiber der ersten Biogasanlage in Bad Königshofen.
Vorsitzender Rainer Bötsch bedankte sich bei allen Teilnehmern und allen Aktiven aus der Vorstandschaft des Vereins, dem Projektleiter, den Sponsoren und auch dem ehemaligen Vorsitzenden Daniel Miller, der das Projekt mit initiiert hat.
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