Aktuelles

Sulzfeld stellt sich dem CO2-Wettbewerb
Datum & Uhrzeit: 13.03.2010, 19:23 UhrAutor: Regina Vossenkaul
Start in Sulzfeld: Den CO2-Fußabdruck verkleinern
Zwei Baumstämme und eine Informationstafel machen es für die Öffentlichkeit sichtbar: Sulzfeld macht mit beim kommunalen Wettbewerb “CO2-Fußabdruck”. Bürgermeister Jürgen Heusinger und der Vorsitzende des Organisators, der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld, Daniel Miller, nahmen die Enthüllung der Tafel vor, auf der erklärt wird, warum zwei Baumstämme auf dem Dorfplatz stehen.
Kein „Marterpfahl“ für den Bürgermeister, wie humorvolle Bürger vermuteten, sondern das sichtbare Zeichen für den durchschnittlichen CO2-Verbrauch eines deutschen Bürgers von elf Tonnen pro Jahr zeigt der große, 5,5 m hohe Stamm an. Der kleine Stamm steht für das, was umweltverträglich und nachhaltig wäre, zwei Tonnen pro Jahr. Ziel des Wettbewerbs ist es, durch die gemeinsame Leistung aller Bürger in der Gemeinde und der Kommune selbst den CO2-Ausstoß zu verringern in den Bereichen Wärme, Strom und Mobilität. Die Fortschritte werden durch Einfärben des langen Baumstammes in regelmäßigen Abständen sichtbar gemacht. Wer innerhalb eines Jahres am meisten einspart, gewinnt den Preis „Rhönschaf“ (1. Preis 5.000 Euro, 2. Preis 3.000 Euro, 3. Preis 2.000 Euro) und bekommt ein Dorffest dazu.
Einen Beitrag haben die Sulzfelder gleich geleistet, denn es wurden 35 Energiesparlampen an die ersten Gäste verteilt. „Wir engagieren uns für die Zukunft, das ist wichtig für unsere Kinder und Enkel“, sagte Bürgermeister Jürgen Heusinger, der sich wünscht, unter die ersten drei zu kommen. Der Wettbewerb sei nicht nur ein Beitrag für die Umwelt und das Klima, sondern unterstütze auch die heimischen Handwerker.
Daniel Miller, der als besonderen Gast auch den Schirmherrn des Wettbewerbs, Dr. Bernd Weiß, MdL, begrüßen konnte, informierte über die Initiative und das Entstehen des Wettbewerbs, der auf eine Idee von Michael Diestel, Eckhard Jaedicke und ihm selbst zurückgeht. Der gemeinnützige Verein Energie-Initiative beteiligte sich an einem Wettbewerb von „Co2ntra“, einer Klimaschutzinitiative der Dämmstofffirma Saint-Gobain Isover und gewann einen Preis, dessen fünfstellige Summe in das CO2-Projekt fließt. Weitere Sponsoren kamen dazu.
Ute Garrels von „Co2ntra“ berichtete, dass von der Dämmstofffirma jährlich bis zu 200.000 Euro für die Unterstützung von Klimaschutzprojekten vergeben werden. Eine Jury sucht aus den Bewerbern mit Projekten zu bestimmten Schwerpunkten die Sieger aus, zu denen auch die Energie-Initiative gehörte.
Der bisherige Projektleiter Karlheinz Lürzel, der sein Amt inzwischen in die Hände von Günter Lieberth übergeben hat, stellte den mehr als 80 interessierten Zuhörern das Projekt vor und machte klar, dass in hiesigen Breiten das größte Einsparpotenzial im Bereich Heizung/Warmwasser liegt. Er erläuterte auch, dass es um eine Gemeinschaftsleistung geht, zu der jeder Einzelne, aber auch die Kommune selbst beitragen kann. Alle Einsparbeiträge werden festgehalten, am Ende wird durch die Einwohnerzahl geteilt.
Sebastian Kuhn, der die exakten Berechnungen vornehmen wird, stellte einige Beispiele vor wie den Kauf eines Energie sparenden Elektrogeräts, den Umstieg auf ein kleineres Auto oder die Beteiligung an einer Photovoltaik- oder Solaranlage.
Ulrich Leber vom Energiespar-Kreis gratulierte der Gemeinde zur Teilnahme und berichtete, was die unabhängigen Berater vom Energiespar-Kreis zum Gelingen beitragen können. Stehen größere Investitionen am eigenen Haus an, sollte man sich beraten lassen, denn es gilt nicht nur alle möglichen Zuschüsse und verbilligte Darlehen von der KfW zu nutzen, sondern auch um die sinnvollsten Maßnahmen, die etwas bringen.
Schirmherr Dr. Bernd Weiß nahm in seinem Grußwort Bezug auf den kürzlich bei Schwanhausen gefundenen Fußabdruck eines Dinosauriers und meinte, man sollte wie die Indianer möglichst wenig Spuren auf der Erde hinterlassen und den CO2-Fußabdruck verkleinern. Er sah großes CO2-Einsparpotezial besonders bei den Altbauten, die oft ungedämmt sind und viel Heizungswärme benötigen. „Der Wettbewerb passt zu uns, wir leben von der Natur und mit der Natur“, so Weiß. Angesichts des Klimawandels müsse „ein Ruck durchs Land gehen“, man könne gar nichts Besseres für die nächsten Generationen tun. Er dankte allen, die das Projekt initiiert haben und allen Bürgern, die mitmachen. Der Wettbewerb kann unter www.co2-fussabdruck.info verfolgt werden.
‹ zur Übersicht
Free counter and web stats