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Erfolreicher "Tag der Sonne"
Datum & Uhrzeit: 30.05.2008, 18:31 UhrAutor: Regina Vossenkaul
Bad Königshofen/Bad Neustadt. Die größte Solarkampagne Deutschlands lief innerhalb der „Woche der Sonne“ vom 16. bis 25 Mai, dazu hatte der Bundesverband Solarwirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit aufgerufen. Im Landkreis Rhön – Grabfeld konnten interessierte Bürger am vergangenen Sonntag innerhalb dieser Kampagne zahlreiche Objekte vor Ort besichtigen und viele Informationen aus erster Hand an insgesamt acht Stationen erhalten. Die Kooperation hatte die „Energie-Initiative Rhön und Grabfeld“ übernommen.
Die Sonne ließ sich auch nicht lange bitten und strahlte an ihrem „Ehrentag“ eindrucksvoll vom Himmel. Ihre Energie stand im Mittelpunkt, die bekannterweise zum Nulltarif erhältlich ist. Investitionskosten stehen vor der Nutzung natürlich an, dazu hatten die Besucher der verschiedenen Stationen zahlreiche Fragen, die auch umfassend von den Fachleuten vor Ort in Bad Königshofen, Bad Neustadt, Kleineibstadt, Bischofsheim, Großbardorf, Hollstadt, Salz und Wollbach beantwortet wurden.
Was muss man pro Modul anlegen, wenn das eigene Dach genutzt werden soll, mit wie viel Kilowatt kann man rechnen pro Jahr, wie müssen die Voraussetzungen aussehen bezüglich Dachneigung und Ausrichtung? Lohnt es sich, eine Solaranlage zu bauen und wie viel warmes Wasser gibt es in den kälteren Monaten und bei diffusem Licht? Wie hoch ist die Rendite, wenn man sich als Investor an einem Gemeinschaftsprojekt beteiligt und wie sieht überhaupt die Zukunft auf dem Energiemarkt aus? Wie plant man bei einem Neubau eine Solaranlage oder eine Kombination von Solar- und Photovoltaikanlagen gleich mit ein, um teure Energiekosten zu minimieren? Diese und viele weitere Fragen stellten die Besucher, die sich unter anderem für den Solarspaziergang mit Klaus Schmitt in Kleineibstadt interessierten.
Anschaulich konnte Klaus Schmitt über seine Erfahrungen mit seiner energieautarken Werk- und Lagerhalle berichten, die Strom ins Netz einspeichert und über Unmengen von warmem Wasser verfügt. Auf die Dämmung der Außenwände mit atmungsaktiven Holzfaserplatten und eine Wandheizung, die mit sehr niedrigen Wassertemperaturen auskommt, setzt Schmitt. Sein Fünf–Kubik-Wasserspeicher, dessen Inhalt von der Solaranlage auf bis zu 90 Grad erhitzt wird, sorgt für angenehme Temperaturen in der Halle, ähnliches gilt für sein Wohnhaus, das ebenfalls besichtigt werden konnte. „Das Jahr des Umbruchs“ nannte Schmitt 2008, denn aufgrund der ständig steigenden Energiekosten, die alle Bürger inzwischen direkt im Geldbeutel treffen, setzt ein allgemeines Umdenken ein. „Erdöl wird verbrannt und ist fort, die Sonne gibt’s zum Nulltarif und setzt kein schädliches CO 2 frei.“ Bald werde jeder Bürger auf Anhieb wissen, wie viel Heizkosten pro Quadratmeter in seinem Haus verbraucht werden, ebenso wie jeder den Benzinverbrauch des eigenen Autos parat hat, meinte Schmitt.
Bestens besucht war auch die Großbardorfer Bürgersolaranlage, die im Oktober 2005 in Betrieb ging und 2007 erweitert wurde. Dort gab Mathias Klöffel während des Nachmittags vielen Interessenten Informationen über die Erfahrungen mit der Großanlage, die insgesamt sieben Millionen Euro gekostet hat und jährlich 1,633 Millionen kWh pro Jahr erzeugt. Jedes kW der Anlage erbringt zwischen 970 und 1050 kWh pro Jahr. Das ist mehr als erwartet. Allerdings lasse der Ertrag im Laufe der 20 jährigen Laufzeit geringfügig nach, erklärte Klöffel. Nach Hagelschlag und sonstigen Katastrophen gefragt, berichtete Klöffel, dass man entsprechend versichert sei und es auch eine Ertragsausfallversicherung gebe. Die Rendite für die Anleger liegt bei sechs Prozent. „Eine Investition in die Zukunft“ nannte Klöffel die Anlage, für die 103 Anteilseigner gewonnen werden konnten. Dezentral und von der Bevölkerung mitgetragen sollten die Energieanlagen sein, so Klöffel. Er berichtete von Anteilseignern, die öfter Mal einen Spaziergang rund um das Gelände „ihrer“ Anlage machen und nach dem Rechten schauen.
Auch die Station Feuerwehr Bad Königshofen konnte zahlreiche interessierte Besucher empfangen. Dort haben sich Feuerwehrleute ihre eigene Photovoltaikanlage aufs Dach gesetzt. Als Anteilseigner haben sie die Erträge genau im Auge und sind sehr zufrieden, obwohl der Schatten des Schlauchtrockenturms einige Kilowatt weniger bedeutet. Peter Wiczorek erklärte den Besuchern, darunter Bad Königshofens Bürgermeister Thomas Helbling den Aufbau der 2005 in Betrieb genommenen Anlage. Die 258 Module erzeugen so viel Strom und sparen so viel CO 2 ein, dass, so hat es Wieczorek ausgerechnet, die Feuerwehr mit ihrem Verbrauch an Diesel, Benzin und Elektrizität völlig CO 2 – neutral betrieben wird.
Auch der „Tag der offenen Tür“ im Planungsbüro Lürzel & Kiesel sowie dem Schlüsselfertigbau Schön in Bad Neustadt verlief erfolgreich, weitere Interessenten, die sich für Erfahrungen mit kleineren Anlagen interessierten., konnten Arvid Löflund in Bischofsheim und Andreas Miller in Wollbach begrüßen. Auch Josef Demar musste viele Fragen beantworten, er stellte auf dem 4,6 ha großen Gelände in Hollstadt das Konzept der im Bau befindlichen Ein-Megawatt- Bürgersolaranlage vor.
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